Fragen und Antworten zu Krankheitsbildern

Hier finden Sie einige Informationen zu Krankheitsbildern:

Blutungsstörungen
Eileiterrekonstruktion
Eileiterschwangerschaft
Endometriose
Gebärmutterfehlbildungen
Inkontinenz (Blasenschwäche)
Myom
Verwachsungen
Zysten

Blutungsstörungen

Wie entstehen Blutungsstörungen?
Blutungsstörungen können durch hormonelle Störungen zum Beispiel in den Wechseljahren, durch Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut (Polypen) oder des Gebärmuttermuskels (Myome) entstehen.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
Eine hormonelle Störung sollte zunächst durch eine Hormontherapie behandelt werden. Führt diese zu keinem Erfolg oder liegt eine Veränderung der Gebärmutterschleimhaut oder ein Myom vor kann die Blutungsstörung operativ über eine Gebärmutterspiegelung therapiert werden. Mit dieser Operation kann die erkrankte Gebärmutterschleimhaut oder ein Myom entfernt werden.

Wann muss die ganze Gebärmutter entfernt werden?
Durch die modernen endoskopischen Operationen können die Ursachen der Blutungsstörung sehr gezielt und schonend therapiert werden. Eine komplette Entfernung der Gebärmutter kann so in den allermeisten Fällen vermieden werden.

Eileiterrekonstruktion

Wann ist eine Rekonstruktion der Eileiter notwendig?
Nach Entzündungen im Unterbauch sind die Eileiter oft verschlossen oder durch Verwachsungen in Ihrer Funktion behindert. Diese Verwachsungen können durch eine Bauchspiegelung sehr schonend gelöst und ein verschlossenen Eileiter kann wieder eröffnet werden. Der spontane Eintritt einer Schwangerschaft ist dann in vielen Fällen wieder möglich, der Erfolg der Operation hängt sehr stark von der Schädigung der Eileiter ab und ist individuell sehr unterschiedlich.

Ist eine Rekonstruktion auch nach einer Sterilisation möglich?
Ja. Bei dieser Operation wird die durchtrennte Stelle der Eileiter präpariert und die Eileiter wieder vernäht. Da der Eileiter sehr zart ist, muss diese Operation durch einen kleinen Bauchschnitt und unter dem Mikroskop durchgeführt werden. Die Erfolgsquote ist bei diesem Eingriff mit ca. 60 % sehr groß.

Eileiterschwangerschaft

Wie entsteht eine Eileiterschwangerschaft?
Zunächst muss man wissen, dass sich die Eizelle nicht selbst fortbewegen kann. Ist sie aus dem Eierstock (Ovar) gesprungen, wird sie vom Eileiter (Tube) aufgefangen und von den Spermien dort befruchtet. Die Eizelle wird dann vom Eileiter weitertransportiert. Bestehen Verwachsungen oder ist der Transportmechanismus gestört, bleibt die Eizelle im Eileiter stehen und kann dort anwachsen. Es kommt zur Eileiterschwangerschaft. Dies führt aufgrund der Dehnung der Tube zu Schmerzen und kann sehr starke Blutungen verursachen. Daher ist eine Eileiterschwangerschaft immer ein Notfall, der sofort operiert oder aber im Krankenhaus überwacht werden muss.

Wie stelle ich eine Eileiterschwangerschaft fest?
Typisch sind starke Unterbauchschmerzen und eine vaginale Blutung in der sechsten bis achten Schwangerschaftswoche (nach der letzten Periode). Der Frauenarzt stellt bei der Ultraschalluntersuchung fest, dass keine Schwangerschaft in der Gebärmutter angelegt ist. Oft ist jedoch die Unterscheidung zwischen einer Fehlgeburt und einer Eileiterschwangerschaft schwierig.

Wie wird eine Eileiterschwangerschaft operiert?
Die Operation durch eine Bauchspiegelung ist problemlos möglich und ist heute Standard. In einem frühen Stadium schneiden wir den Eileiter auf und entfernen nur die Schwangerschaft. Diese Methode ist sehr schonend und so ist es möglich, wieder über diesen Eileiter schwanger zu werden. Es bleibt jedoch ein erhöhtes Risiko einer erneuten Eileiterschwangerschaft bestehen. Ist der Eileiter bereits geplatzt oder durch die Schwangerschaft zerstört, muss er entfernt werden.

Endometriose

Was ist Endometriose?
Einfach formuliert besteht eine Endometriose aus Zellen ähnlich der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium), die außerhalb der Gebärmutter vorkommen. Typische Lokalisationen der Endometriose sind das Bauchfell hinter der Gebärmutter oder die Eierstöcke. Es können jedoch auch die Eileiter, der Darm oder die Blase betroffen sein. Selten findet man auch Endometrioseherde außerhalb des kleinen Beckens.

Welche Beschwerden hat man bei Endometriose?
Das Beschwerdebild kann sehr vielfältig sein. Typisch sind Schmerzen während der Periode. Diese können sehr stark, manchmal jedoch trotz einer ausgeprägten Endometriose erstaunlich gering sein. Häufig findet man eine Sterilität. Seltener sind Blut im Stuhlgang oder im Urin bei der Periode. Viele Patientinnen sind auch völlig beschwerdefrei.

Welche Auswirkungen hat eine Endometriose?
Die Endometriosezellen reagieren auf den hormonellen Zyklus und es kommt, wie bei der Gebärmutterschleimhaut, zu einer inneren Blutung bei der Periode. Durch die unnormale Lage der Zellen im Bauchfell oder in anderen Organen kommt es zu mehr oder weniger starken Schmerzen während der Periodenblutung. Es können auch Schmerzen beim Eisprung oder beim Verkehr auftreten. Darüber hinaus kommt es zu einer immunologischen Reaktion, die sich negativ auf die Reifung der Eizellen auswirkt und das Eintreten einer Schwangerschaft verhindert. Weiterhin kann es zu sehr starken Verwachsungen mit entsprechenden Beschwerden kommen.

Wie wird eine Endometriose nachgewiesen?
Da sich die Endometriose oft schlecht bei der gynäkologischen Untersuchung oder durch bildgebende Verfahren (Ultraschall) darstellen lässt wird sie häufig erst sehr spät entdeckt. Richtungsweisend sind die Beschwerden der Patientin. Bei einem hinreichenden Verdacht führen wir eine Bauchspiegelung durch, mit der die Diagnose einer Endometriose sicher gestellt werden kann und die auch gleich zur Therapie genutzt wird.

Wie wird eine Endometriose behandelt?
Erster Schritt einer Behandlung sollte eine Operation mit dem Ziel der Entfernung sämtlicher Endometrioseherde sein. Wir nutzen hier die Elektrokoagulation, die eine schonende und fast vollständige Entfernung der Endometriose ermöglicht. Zur Prophylaxe eines Wiederauftretens kann eine Pille eingenommen werden. Ein weiteres Hormonpräparat, das die Patientinnen für einen begrenzten Zeitraum künstlich in die Wechseljahre versetzt, wirkt sich ebenfalls sehr günstig aus. Es können auch alternative Methoden wie zum Beispiel die Homöopathie oder eine Psychotherapeutische Behandlung eingesetzt werden. Generell erstellen wir jedoch für jede Patientin einen individuellen Behandlungsplan.

Ist Endometriose heilbar?
Es ist möglich, für längere Zeit oder für immer symptomfrei zu bleiben. Eine Endometriose ist jedoch eine chronische Erkrankung, die in Schüben verlaufen kann. Grundsätzlich wird sie nach den Wechseljahren inaktiv.

Gebärmutterfehlbildungen

Was sind Fehlbildungen der Gebärmutter?
Fehlbildungen sind immer angeboren. Es gibt dabei verschiedene Ausprägungen, die häufigste Form ist eine Trennwand (Septum) in der Gebärmutter.

Sollte eine Trennwand in der Gebärmutter entfernt werden?
Eine Trennwand ist oft ein Zufallsbefund und hat normalerweise keine Auswirkungen. Nach mehreren Fehlgeburten (Aborten) sollte sie jedoch entfernt werden. Dies ist im Rahmen der Hysteroskopie (Gebärmutterspiegelung) möglich.

Wie entsteht ein Septum?
Bei der embryonalen Entwicklung sind die weiblichen Geschlechtsorgane zunächst als zwei parallel zueinander verlaufende Gänge angelegt. Diese verschmelzen im unteren Bereich und entwickeln sich zu Scheide und Gebärmutter. Die Eileiter darüber bleiben paarig. Ist diese Verschmelzung der Gänge unvollständig so bleibt in der Mitte eine Trennwand erhalten.

Inkontinenz

Was ist Inkontinenz?
Bei der Inkontinenz oder Blasenschwäche kommt es durch eine Senkung im Blasen-Scheiden-Bereich zu einem ungewollten Abgang von Harn. Dazu kommt es zunächst nur bei starken Belastungen wie zum Beispiel beim Husten, bei fortschreitender Senkung auch beim Gehen oder in Ruhe. Die häufigsten Formen sind:

  • Belastungsinkontinenz (früher Stressinkontinenz)
    Ungewollter Harnverlust bei körperlicher Anstrengung (Beispiele: Husten, Niesen, Hüpfen, Lachen, Springen)
  • Dranginkontinenz
    Ungewollter Harnverlust bei starkem Harndrang infolge spontaner, ungewollter Kontraktion der Harnblase.
  • Mischinkontinenz
    Kombination von Drang- und Belastungsinkontinenz

Welches sind die Ursachen einer Inkontinenz?
Bei der Belastungsinkontinenz können folgende Ursachen vorliegen: Ungenügender Harnröhrenverschluss oder übersteigerte Empfindlichkeit der Blasenwandmuskulatur.

Beispiele für einen ungenügenden Harnröhrenverschluss sind: eine angeborene Bindegewebsschwäche, Senkung des Übergangs von Harnröhre-Harnblase durch Überdehnung des Beckenbodens (vaginale Geburten, schwere Kinder, chronischer Husten, Verstopfung, Übergewicht, andauernde falsche körperliche Belastung), Gewebeschwund durch Mangel an weiblichen Geschlechtshormonen.

Beispiele für eine übersteigerte Empfindlichkeit der Blasenschleimhaut sind: Blasenentzündung, dünne, empfindliche Schleimhäute durch Mangel an weiblichen Geschlechtshormonen, Fremdkörper wie Blasensteine (Katheter, Tumoren, Psyche), übersteigerte Aktivität des Blasenmuskels zum Beispiel bei Zuckererkrankung, Erkrankungen des zentralen Nervensystems wie Multiple Sklerose, Parkinsonkrankheit, Arteriosklerose der Hirngefäße.

Was ist eine urodynamische Untersuchung? Eine urodynamische Untersuchung zeigt eine Funktionsstörung des Blasenmuskels oder des Harnröhrenverschlusses mittels apparativer Messung der Druckverhältnisse in Blase und Harnröhre. Die Untersuchung hat zum Ziel, die Beschwerden zu objektivieren und eine optimale Therapie für jede Frau zu finden. Die urodynamische Untersuchung läuft wie folgt ab:

  • Befragung (Anamnese) mittels Inkontinenzfragebogen.
  • gynäkologische (frauenärztliche) Untersuchung und Beurteilung des Versorgungszustands der Scheidenhaut (Trophik), des Trainingszustands des Beckenbodens, der anatomischen Lage von Harnröhre und Blase, Scheide, Gebärmutter und Enddarm, Hustentest (Urinabgang beim Husten).
  • Apparative Messungen: Messung des Drucks in Blase und Harnröhre, Ermittlung des Restharns durch Katheterisierung, Füllung der Blase via Messkatheter mit physiologischer Kochsalzlösung zur Feststellung der Füllmenge bei erstem Harndrang, des Blasenfassungsvermögens, der Druckentwicklung in der Harnblase bei allmählicher Füllung, Feststellung des Verhältnisses von Harnröhre zu Harnblasendruck unter Stress (Husten), Messung des Harnabflusses pro Zeit beim spontanen Wasserlösen (Miktiometrie).
  • Ultraschall der Blasen- und Harnröhrenregion (Perinealsonographie), Messung des Winkels der Harnröhre zur hinteren Blasenwand in Ruhe und beim Pressen sowie der Höhe des Übergangs von der Blase zur Harnröhre in Ruhe und beim Pressen.

Welche Therapiemethoden gibt es?
Es gibt verschiedene Operationen zur Hebung der Blase. Die Beste Therapie muss für jede Patientin individuell angepasst werden. Das sogenannte TVT-Band wird von der Scheide aus eingelegt. Bei der Operation nach Burch, die in unserem Haus schonend durch einen Mini-Bauchschnitt durchgeführt wird, wird die Scheide und damit auch die Harnröhre von der Bauchdecke aus angehoben und am Schambein-Oberrand schwebend fixiert.

Myom

Was ist ein Myom?
Ein Myom ist eine gutartige Muskelgeschwulst, die von der Muskulatur der Gebärmutter ausgeht. Es kann sich in der Wand der Gebärmutter bilden, auf ihr wachsen oder in die Gebärmutterhöhle hineinwachsen.

Können Myome bösartig werden?
Myome sind gutartige Muskelwucherungen. Eine Entartung zum Bösartigen stellt eine Seltenheit dar.

Sollte jedes Myom entfernt werden?
Nein, ein Myom sollte dann entfernt werden, wenn es Schmerzen verursacht, zu Blutungsstörungen führt oder ein unerfüllter Kinderwunsch vorliegt. Auch bei einem Wachstum der Myome sollte man sich zu einer Operation entschließen. In den übrigen Fällen ist eine regelmäßige Kontrolle durch den Frauenarzt ausreichend.

Wann muss bei Myomen die ganze Gebärmutter entfernt werden?
Bei abgeschlossener Familienplanung und sehr großen oder sehr vielen Myomen ist es in Einzelfällen sinnvoll, die ganze Gebärmutter zu entfernen. In der Regel entfernen wir die kleineren Myome durch eine Bauchspiegelung oder eine Spiegelung der Gebärmutter. Dies ist die schonendere Methode und stellt den kleineren Eingriff dar.

Ist es möglich, nach einer Myomentfernung schwanger zu werden und normal zu entbinden?
Oft ist eine Schwangerschaft erst nach Entfernung eines Myoms möglich, da sich die Schwangerschaft in der Schleimhaut über einem Myom nicht einnisten kann. Nach einer Myomentfernung steht in den meisten Fällen einer spontanen Geburt nichts im Wege. Abhängig von der Anzahl der Myome, deren Lage und Größe kann nach deren Entfernung eine Geburt durch einen Kaiserschnitt ratsam sein.

Wie groß und wie viele Myome können mit der Endoskopie entfernt werden?
Je nach ihrer Lage entfernen wir Myome bis zu einer Größe von über 10 cm. Aufgrund des Risikos einer Nachblutung können nicht beliebig viele Myome in einer Operation entfernt werden. Deshalb müssen wir manchmal bei einer größere Anzahl von Knoten einen Teil in einer Folgeoperation entfernen oder primär mit Bauchdeckenschnitt.

Wie ist es möglich, große Myome durch so kleine Schnitte zu operieren und zu entfernen?
Zunächst wird das Myom aus der Gebärmutterwand entfernt. Der Defekt wird anschließend wieder vernäht. Mit einem speziellen Instrument wird dann der Knoten in kleine Stücke zertrennt und aus dem Bauch entfernt.

Verwachsungen

Wie entstehen Verwachsungen?
Verwachsungen entstehen nach einer Reizung des Bauchfells, z. B. durch eine Entzündung oder eine vorangegangene Operation.

Müssen Verwachsungen operiert werden?
Die meisten Verwachsungen haben keine Folgen. Lediglich bei Schmerzen und Behinderung einer Organfunktion (Darm, Eileiter) sollten sie gelöst werden.

Können Verwachsungen sicher beseitigt werden?
Jede Operation birgt das Risiko von neuen Verwachsungen. Durch die Einführung der Bauchspiegelung und moderner Operationsmethoden haben sich die Erfolge der Operation deutlich verbessert. In der Regel werden die Beschwerden deutlich besser oder verschwinden ganz. Nach der Lösung von schweren Verwachsungen an den Eileitern kann es sinnvoll sein, das Operationsergebnis in einer zweiten Operation zu kontrollieren.

Kann ein verschlossener Eileiter wieder durchgängig gemacht werden?
Meist ist der Eileiter nur am äußersten Ende, dem Fimbrienende, verschlossen. Diese Verwachsung können wir schonend durch eine Bauchspiegelung operativ eröffnen. Die Ränder der neu entstandenen Öffnung werden dann mit Nähten außen am Eileiter fixiert, damit sich der Eileiter nicht wieder verschließt. Nach jeder abgelaufenen Entzündung in einem Eileiter besteht jedoch das Risiko einer Eileiterschwangerschaft.

Zysten

Was ist eine Zyste?
Eine Zyste ist ein flüssigkeitsgefüllter Hohlraum. Sie ist meist von einer dünnen Zystenwand umgeben.

Wie kommt es zu Zysten an den Eierstöcken?
Bei jedem Eisprung wächst eine Zyste von ca. zwei Zentimetern im Eierstock heran. Kommt es zu keinem Eisprung, kann die Zyste erhalten bleiben und weiter wachsen. Daneben gibt es noch eine Vielzahl von gutartigen und auch weniger bösartigen Tumoren. Eine erste Unterscheidung ist durch die Ultraschalluntersuchung (Sonographie) möglich.

Sollte jede Zyste operiert werden?
Zysten, die in der Ultraschalluntersuchung unauffällig erscheinen, können zunächst beobachtet werden. Verursachen sie Schmerzen, sind sie sehr groß oder verbleiben sie über einen langen Zeitraum, sollten sie operiert werden. Die Operation kann problemlos durch eine Bauchspiegelung durchgeführt werden.

Muss der ganze Eierstock entfernt werden?
In der Regel entfernen wir lediglich die Zyste gemeinsam mit der sie umschließenden Zystenwand. Der Eierstock kann dann mit einer Naht rekonstruiert und damit erhalten werden. Bei einem bösartigen Tumor oder bei dem Verdacht darauf darf die Zyste jedoch wegen der Gefahr einer Zellverschleppung nicht auf diese Weise operiert werden. In diesen besonderen Fällen entfernen wir in einer Bauchspiegelung den gesamten Eierstock.

Kann eine Zyste nach der Operation wieder kommen?
Dieselbe Zyste kann nach einer sachgerecht durchgeführten Operation nur selten wieder auftreten. Es können jedoch wieder neue Zysten entstehen.